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Misstöne um die Schliessung des Landgasthofs «Meierei»

Der Landgasthof «Meierei» am St. Moritzersee schliesst per sofort. Grund ist der grosse Verlust, teilte der Betrieb mit. Die Gewerkschaft Unia hingegen schreibt, das Haus habe hohe Ausstände.

Südostschweiz
Donnerstag, 14. Juni 2018, 20:18 Uhr Ausstände oder Neuausrichtung?

Der Landgasthof «Meierei» am Ostufer des St. Moritzersees soll umgebaut und als Hotel- und Restaurantbetrieb langfristig weitergeführt werden. Dies teilte die den Gasthof vertretende Anwaltskanzlei am Donnerstag mit. Wie es weiter heisst, werden sämtliche Verbindlichkeiten aus dem aktuellen Betrieb erfüllt und am Projekt für einen umfassenden Umbau des Landgutes weitergearbeitet. Das Projekt soll noch im laufenden Jahr den Nachbarn, den Behörden und der Öffentlichkeit vorgestellt und zur Baubewilligung eingereicht werden.

Irritiert reagiert auf die Mitteilung die Gewerkschaft Unia Ostschweiz-Graubünden. Bis zu 17 Mitarbeitende, die am 8. Juni ihre Saisonstelle angetreten haben, und zum grössten Teil schon seit Jahren in der «Meierei» tätig waren, haben die Kündigung erhalten, heisst es in einer Mitteilung der Gewerkschaft. Doch nicht nur das. Weiter schreibt die Unia: Ein massiver Investitionsstau, der nun mit der Neuausrichtung und eventuellen Neueröffnung begründet wird, erschwerte der Belegschaft das Arbeiten im Haus.

Für den Einkauf zur Saisoneröffnung war kein Geld vorhanden. Und die Energieversorger werden aufgrund von Nichtzahlungen über längere Zeit die Energieversorgung am Freitag einstellen. Zudem gäbe es bei der AHV und den Pensionskassen hohe Aussenstände, so die Unia weiter. Und auch Lieferanten und Handwerker seien über längere Zeit nicht entlöhnt worden. Anders als die «Meierei» schreibt die Unia, die Aussenstände würden sich auf fast eine Millionen Franken belaufen.

Dem widerspricht der Rechtsvertreter auf Anfrage von "suedostschweiz.ch" vehement. Die Ausstände würden sich auf weniger als eine halbe Million Franken belaufen und würden alle beglichen, so Rechtsanwalt Andrea-Franco Stöhr. Die Kündigungen würden zudem sehr bedauert. (so)

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Wie die SO kolportiert, würden am St.Moritzersee in der (Schlau)Meierei gemäss Unia etwa eine Million an Angestellte und Energieversorger etc. geschuldet, dem Tourismushaus könnte am Freitag der Strom abgestellt werden, andererseits gemäss Kanzlei könnte der "Laden" aber als "Ei des Kolumbus" quasi revolutionär weitergeführt werden.
Tja Leute, möglich ist theoretisch alles, aber wenn ich mir die letzten Dekaden GRF und die sie speisende Regierung betrachte (neuestes Beispiel 900'000 Franken für Werbekampagne Landwasserviadukt, das wie ich meine, seit wie vielen Dekaden schon besteht, während ich NEUES fordere), dann sehe ich da eher Altbackenes statt meinen Turnaround.
Siehe Kommentar:
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2018-06-14/900000-franken-fuer-in…