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Der Bündner bleibt der einzige

In der Region von Locarno im Tessin wird es keinen neuen Nationalpark geben.

Südostschweiz
Sonntag, 10. Juni 2018, 17:05 Uhr No!
Das Nationalparkhaus in Zernez.
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Nur gerade zwei Gemeinden haben am Wochenende für das Projekt eines neuen Nationalparks im Tessin gestimmt. Für den Park sprachen sich Ascona und Bosco Gurin aus. Brissago, Centovalli, Losone, Onsernone , Ronco sopra Ascona und Terre di Pedemonte äusserten sich dagegen.

Ende November 2016 hatten sich die Stimmberechtigten der Kantone Graubünden und Tessin bereits gegen einen Nationalpark rund um das Rheinwaldhorn, den Park Adula, ausgesprochen.

Das Projekt im Locarnese sollte eine Fläche von 218 Quadratkilometern umfassen, davon 28 Prozent in einer Kernzone mit restriktiver Nutzung. Der Nationalpark sollte von den Brissago-Inseln auf 193 Metern bis zum 2864 Meter hohen Wandfluhhorn oberhalb von Bosco Gurin reichen. Die schwach besiedelten und stets von Abwanderung bedrohten Täler Onsernone und Centovalli stellten das eigentliche Zentrum des Parks dar.

Damit bleibt der Nationalpark in Graubünden der einzige seiner Art in der Schweiz. Er wurde 1914 gegründet und ist damit der älteste Nationalpark der Alpen. (sda/so)

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SO schreibt:
"Die schwach besiedelten und stets von Abwanderung bedrohten Täler Onsernone und Centovalli stellten das eigentliche Zentrum des Parks dar."
"Schwach besiedelt, stets von Abwanderung bedroht" ("Potenzialarme Räume): Trotzdem sagen diese Täler NEIN zum Naturschutz-Nationalpark.
"Ende November 2016 hatten sich die Stimmberechtigten der Kantone Graubünden und Tessin bereits gegen einen Nationalpark rund um das Rheinwaldhorn, den Park Adula, ausgesprochen."
Auch diese Regionen dürften zu den "Potenzialarmen" gehören, auch sie sagten NEIN.
Diesen WIDERSPRUCH thematisiere ich schon lange: Einerseits tut man in Medien und wohl auch in diesen Tälern so, als sei man am Aussterben oder Verhungern, andererseits will man "ums verrecken" keine Kompromisse im Sinne Nachhaltigkeit/Innovation eingehen, beispielsweise wenn Donald Duck nur EIN Tal als Prototyp für seinen Turnaround für beides - Tourismus und Gesundheitswesen alias Krankenwesen inkl. "Grauer Tsunami", wie es treffend eine Zeitung titelte - bräuchte in GR, die restlichen 149 Täler dürften ja so weiterwursteln wie bisher, denn das scheinen sie ja zu lieben, aller Jammerei zum Trotz, paradox, so erlebe ich es jedenfalls.