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Mit dem Helikopter aufs Alvaneuer Green

Der Golfclub Alvaneu Bad kämpft mit Stagnation bei den Mitgliederzahlen. Mit neuen Ideen und Massnahmen will man die Zahlen wieder auf Vordermann und neue Golfer auf den Platz bringen. Für das Bad erhofft man sich finanzielle Unterstützung von den Gemeinden.

Südostschweiz
Montag, 04. Juni 2018, 10:00 Uhr Golf
Anreise auf dem Luftweg: Der Helikopter bringt Gäste nach Alvaneu.
DANIEL MARTINEK

Obwohl Alvaneu einen mehrfach ausgezeichneten Golfplatz hat, bleiben die Mitgliederzahlen des Clubs stehen. In den letzten zehn Jahren, zwischen 2008 und 2018, sind die Greenfee-Einnahmen sogar um rund 300 000 Franken gesunken. Deshalb die Flinte ins Korn zu werfen, ist für den Präsidenten, Hans Christoffel, aber keine Option. Mit neuen Ideen will er die Golfspieler wieder auf den Platz in Alvaneu bringen. Ziel ist, von heute rund 400 auf 650 Mitglieder aufzustocken. Am Freitag hat er sich im Clubhaus in Alvaneu zur Neupositionierung des Clubs und am Rande der Veranstaltung auch zum Bad Alvaneu geäussert.

Kritische Situation beim Bad

Wahrscheinlich habe der Golfsport den Zenith des Wachstums bereits überschritten, und nur noch spärlich würden neue Spieler dazukommen, erklärte Christoffel. «Zudem», so fügte er an, «liegt Alvaneu Bad peripher, das heisst, der Golfclub wird nicht wie grosse Tourismusorte oder stadtnahe Clubs durch viele Gäste frequentiert.» Dem wolle er nun mit einer Leistungserweiterung entgegenwirken und die Gäste auf der Genuss- und Convenience-Schiene abholen. Im neuen Premium-Angebot sind denn unter anderem auch ein abendliches Dinner, reservierte Parkplätze direkt beim Clubhaus, wichtige Vorinformationen per SMS zu Wetter oder Verkehrslage, ein Caddy respektive Electrocar und eine Massage im nebenan liegenden Bad- und Wellnesszentrum inbegriffen. Po-tenzielle Gäste können neu auch mit Bitcoins bezahlen. Auch hier geht Christoffel neue Wege. Ob sie davon Gebrauch machen werden, lässt er aber offen.

Die Jahresmitgliedschaft für das Premium-Angebot wurde auf 11 250 Franken, der Tagespreis auf 370 Franken angehoben. Zwar sei dieser Preis dreimal so hoch wie das normale Greenfee, die Leistung aber ein Mehrfaches, betonte Christoffel. Er hofft, damit die Mitgliederzahlen des Golfclubs wieder auf Kurs zu bringen und den Platz im Albulatal neu zu positionieren. «Wir versuchen alles, um unseren Golfplatz attraktiv zu halten und weiter zu wachsen», hielt er fest.

Anders als beim Golfclub, dem Christoffel zu zusätzlichen Frequenzen verhelfen will, sieht es beim Bad Alvaneu aus. Er sei in Verhandlung mit den Gemeinden für eine finanzielle Unterstützung, erklärte er. Denn: Auch im Jahr 2017 musste das Bad einen Rückgang hinnehmen. Die Eintrittszahlen verringerten sich auf rund 40 800. Das sind 2700 weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zu den Spitzenjahren entspricht der Wert gar einem Minus um 50 Prozent (Ausgabe vom 18. Mai).

«Wir brauchen die Hilfe der Gemeinden, sonst sehe ich mich gezwungen, das Bad zu schliessen», kündigte Christoffel auf einem Rundgang an. Die Forderung gegenüber den Gemeinden sei gestellt. An der Generalversammlung vom 19. Juni werde man weitersehen, liess er wissen.

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Sind die Hobby-Golfer nun zu alt müssen sie mit dem Heli eingeflogen werden. Bald wird noch ein Jet-Rail sie zu den jeweiligen Abschlagsplätzen bringen. Völlige Schnapsidee einiger mittelbelichteten Touristikern.

SO schreibt:
"Mit neuen Ideen und Massnahmen will man die Zahlen wieder auf Vordermann und neue Golfer auf den Platz bringen."
Mit Helikoptern (Lärm, Abgase), weil der Autos/Motorräder-Overkill noch nicht reicht, während in den Hochglanzprospekten penetrant von "intakter Natur" geprahlt wird (und Gesundheitstourismus, obwohl, von diesem früheren "USP" hörte ich nicht mal mehr etwas)?
"Für das Bad erhofft man sich finanzielle Unterstützung von den Gemeinden."
Ja klar: Die Allgemeinheit soll die Verluste/Unfähigkeiten tragen à la "Golfclub-Modell" Vals:
Siehe Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2018-06-03/valser-tourismusfi…