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«Wir waren über 40  Freiwillige aus 15  Ländern»

In unserem heutigen «5 Fragen an...» stellt sich Silvan Zweifel unseren Fragen. Gemeinsam mit vielen Freiwilligen aus der ganzen Welt hat er bei einem Skatepark im Irak mitgeholfen. Es war aber eine spontane Entscheidung von ihm.

Südostschweiz
Donnerstag, 07. Juni 2018, 04:30 Uhr 5 Fragen an Silvan Zweifel
Silvan Zweifel was einer von vielen, der beim Projekt angepackt hat
PRESSEBILD

Wie sind Sie auf die Idee 
gekommen, zwei Wochen 
im Irak an einem Skatepark 
mitzubauen?

Ein Bündner Kollege hat schon bei einem Skateparkprojekt in Marokko mitgeholfen. Als Andri Brugger die Reise plante, habe ich spontan beschlossen, mitzufahren.

Ferien, Fun, Freiwilligeneinsatz – wie muss man sich so einen Einsatz vorstellen?


Es ist ein bisschen von allem (lacht). Ich habe selten so hart gearbeitet wie in Sulaymaniyah. Und das mit lauter hoch motivierten Leuten. Wir waren über 40 Freiwillige aus 15 Ländern, USA, Kanada, Australien und Europa.

Waren auch Einheimische 
dabei?

Es gibt eine kleine
 Skateszene in Sulaymaniyah. Vor allem Schüler. Sie haben zugeschaut, am Rand geholfen, Musik laufen
 gelassen, mit uns getanzt, Melonen
 gebracht. Und Eltern haben für uns etwas gekocht.

Irak tönt nicht nach Reiseland: Wie sind Sie dorthin 
gereist? Haben Sie sich sicher gefühlt?

Wir sind über Istanbul nach Erbil geflogen. Lieber wären wir auf dem Landweg gereist, was uns aber nicht möglich war. Bei der Einreise war mir schon ein bisschen mulmig. Doch sind Europäer im kurdischen Irak willkommen. Als Schweizer braucht man nicht einmal ein Visum. Sulaymaniyah gilt als sicher. Die Stadt ist vom Krieg recht verschont geblieben, also nicht kaputt gebombt. Doch gab es eine Stunde entfernt einen 
Anschlag, als wir dort waren.

Was nehmen Sie als Erinnerung zurück in die Schweiz?

Ein Bild von einer Stadt im Irak mit freundlichen, hilfsbereiten
 Leuten. Und das Kennenlernen von
 Skatern aus der ganzen Welt, die 
ähnliche Erfahrungen wie wir haben. Es sind gute Leute, die da anpacken. Auch einige professionelle Skateparkbauer, die Freiwilligeneinsätze 
machen, weil das anders ist. Wir 
waren die einzigen Neuen. Man zeigt einander gegenseitig, was zu tun ist. Es herrscht eine gute Atmosphäre trotz Zeitdruck. Vom Spirit her ist es ein bisschen so wie an unseren Betonchilbenen in Näfels. Einige Leute aus Frankreich und Rumänien kommen uns im August an der nächsten 
Betonchilbi in Näfels besuchen.

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